Vorgeschichte: Das Fundament in schwerer Zeit (Ab 1945)
Das katholische Altersheim St. Elisabeth als Keimzelle
Die Wurzeln des heutigen Gartenlebens liegen in den schweren Jahren direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Not in der Bevölkerung war existenziell, Nahrungsmittel waren extrem knapp. In dieser Situation bewies Pfarrer Dr. phil. Franz Schulte, der bereits seit 1920 nach seiner Kaplanszeit in Köthen wirkte, großen sozialen Weitblick und Tatkraft. Der historische Startschuss fiel im katholischen Altersheim St. Elisabeth in Köthen. Hier begannen die allerersten organisatorischen Maßnahmen, um das von Dr. Schulte durch unermüdlichen Einsatz freigekämpfte Ackerland (ca. 10 Hektar) für die hungernde Bevölkerung nutzbar zu machen.
Die Standort-Krise und der glückliche Flächentausch (Anfang 1947)
Das Projekt stand jedoch schnell vor einer großen logistischen Herausforderung: Die ursprünglich freigegebene Fläche lag schlichtweg zu weit von Köthen entfernt. Für die Bürger war sie zu Fuß kaum für die tägliche, schwere Gartenarbeit zu erreichen. Zur Lösung dieses Problems wurde Anfang 1947 eine entscheidende Beratung einberufen. An ihr nahmen Vertreter der Gemeinde Wülknitz und des Kirchenguts Wülknitz teil.
Das Ergebnis dieser Verhandlungen war ein echter Glücksfall für die Köthener: Das Ackerland wurde kurzerhand getauscht. Im unbarmherzig strengen Winter 1946–1947 war eine große Fläche Wintergerste des Kirchenguts völlig ausgewintert – das Getreide war also erfroren und die Ernte verloren. Diese Fläche besaß jedoch einen unschätzbaren Vorteil: Sie lag in südlicher Richtung direkt hinter der Köthener Stadtgrenze, am sogenannten Zollhaus. [1]
Durch den erfolgreichen Flächentausch war der perfekte Standort gefunden. Nun gab es endlich den nötigen Raum, und es konnte genau dort eine ortsnahe, für die Bevölkerung gut erreichbare Kleingartenanlage projektiert werden.
Der Abschied des Initiators (1951)
Das Lebenswerk von Dr. Schulte im Dienst der Gemeinschaft fand wenig später einen feierlichen Abschluss: Im Jahr 1951 trat er nach 46-jähriger treuer Tätigkeit als Priester in den wohlverdienten Ruhestand. Er verabschiedete sich genau in dem Jahr, in dem das von ihm angestoßene Projekt am Zollhaus endgültig auf eigenen Beinen stand.
Mitgliederentwicklung des Gartenvereins Zollhaus (1947–1951)

Zukünftige Entwicklungen
Als Unternehmen mit langjähriger Tradition streben wir stets nach Innovation und Verbesserung. In unserer Chronik können Sie nicht nur die Vergangenheit, sondern auch einen Ausblick auf zukünftige Projekte und Entwicklungen von Gartensparte Zollhaus e.V. erhalten.